Eine Premiere für die Alte Kirche seit Jahren ist und war die Kunstausstellung von drei Niedernhausener Künstlern/innen in Bildern und Keramik am Wochenende Anfang August im ZAK.
Gelungene Veranstaltung
Die Übersicht und die Darstellung der einzelnen Werke sei sehr gelungen, so das Urteil von Besuchern. Es waren Bilder von Werner Düll und Katja Trapp sowie Keramik für praktische Zwecke oder auch als Gartenschmuck von Eike-Bettina Godmann ausgestellt und zu sehen. Alle ausgestellten Objekte waren es wert, davor zu stehen und sich an den Formen und Farben zu erfreuen.
Bunt fürs Leben
Quadratisch, prächtig, bunt – so beschreibt Werner Düll vom Schäfersberg seine Werke. Mehrheitlich in Acryl und im Format 30 x 30 cm fließen in abstrakten Formen dunkle und helle Farben ineinander. „Bunt fürs Leben“, nennt der Künstler das. Aber auch andere – erstaunlich originelle – handwerkliche Techniken verwendet Werner Düll, um seine Vorstellung von Visuellem umzusetzen. So beispielsweise unzählige Punkte als „Pünktlich“ und Linien als „Feinreiher“, eingezwängt in einem rostigen Rahmen. Oder in Klebetechnik mit Stoffen gestaltete Strukturen auf Leinwand.
Die ausstellenden Künstler aus Niedernhausen
v.l.n.r.: Katja Trapp, Werner Düll, Eike-Bettina Godmann
Foto: Eberhard Heyne
Vielfalt der Formen
Sie experimentiere gern und ihr Baugefühl führe ihre Hand, so schildert Katja Trapp aus Königshofen ihre Leidenschaft für helle, ausdrucksstarke Farben. Die Vielfalt der Formen und Farbspiele ihrer Bilder rege den Betrachter zu eigenen Erklärungen an, die, wie sie sagt, sie immer wieder erstaune und erfreue. So am Beispiel des Bildes „Eisberge“, in dem sich Hütten und Abfahrten in den verschneiten Alpen finden lassen.
Auch bei ihr ist der Pinsel nicht das einzige Werkzeug zur Bildgestaltung, sondern die Klettscheibe, die senkrechte und waagerechte Formen und Linien „rakelt“. Oder eine farbgetränkte Wisch- und Wegrolle, die bei „Zwischenwelten“ eine regelrechte Farborgie zeigt.
Mehr Informationen zu den Werken sind auf den Websites von Eike-Bettina Godmann und Werner Düll zu finden.
Filigrane Keramik als Blickfang
Figürliche Menschlein, oder auch mal einen Hund an der Leine, so filigrane Keramik war bei Eike-Bettina Godmann aus Oberseelbach zu finden. Auf langen Eisenstäben befestigt – für den Blickfang als Stele im Garten beispielsweise, erklärt die Künstlerin. Sie kombiniere gerne ganz unterschiedliche Materialien wie Stahl, Aluminium, Glasperlen und farbige Keramik miteinander. Aber auch praktische Gefäße aus Ton, geformt auf der Töpferscheibe und phantasievoll bemalt – als Bonbonnieren oder Pflanzgefäßen – hatte sie ausgestellt.
Werke der Kunstschaffenden im ZAK
Fotos: Sabine Karbowy
Mehr Zeit für Gespräche
Die Kunstausstellung hatte auch einen netten Nebeneffekt – man hatte mal mehr Zeit für Gespräche mit den Besuchern. Dabei fiel auf, dass viele Menschen, auch aus Niedernhausen, gar nicht wissen, wie besonders die Situation des ZAK ist. Das ZAK nutzt das ehemalige Kirchengebäude, das der Verein von der katholischen Kirche gepachtet hat, als Veranstaltungsplattform. Im Gegenzug muss der Verein für den Erhalt des gesamten Gebäudes sorgen – eine große Verantwortung für die ausschließlichen Ehrenamtler. Der Erhalt kostet viel Geld, deshalb ist der Verein auf verschiedene Einnahmequellen angewiesen – das sind die Mitgliedsbeiträge, Einnahmen aus der Vermietung der Kirche, Spenden von Privatleuten und das Sponsoring von Gewerbetreibenden. In besonderen Fällen freut sich das ZAK über die finanzielle Unterstützung der Gemeinde Niedernhausen.
Eberhard Heyne
Der Artikel erschien am 21.08.2025 im Niedernhausener Anzeiger. Danke, dass wir ihn an dieser Stelle veröffentlichen dürfen.
Und auch Marion Diefenbach hat im Wiesbadener Kurier über die Ausstellung geschrieben. Der Text ist online zu finden – allerdings hinter einer Paywall:
