Ein Abend voller Magie

Lina Bó am 6. Juni 2026 live im ZAK


Ein Konzert mit Vorgruppe

Den Auftakt des Abends gestaltete ein besonderes Geschenk: „We met in June“, ein norwegisches Duo, das Lina Bó spontan als Vorband für drei Gigs begleitet. Und die Verbindung war keine zufällige: Beide Duos reisen im Camper durch die Welt, beide sind ein Paar, beide ergänzen Gesang und Instrumente zu etwas Ganzem. Sara und Gjest – sie im Vordergrund, er an ihrer Seite – brachten das Publikum mit zwei Gitarren und zweistimmigem Gesang behutsam auf Temperatur. Folk und Country Pop, irgendwo zwischen Fleetwood Mac und Taylor Swift. Ruhig, warm, einnehmend. Ein sanfter Einstieg in einen Abend, der noch viel vorhatte.

 

Lina Bó betrat die Bühne - und der Abend explodierte

Nach einer kurzen Umbaupause dann der Moment, auf den alle gewartet hatten. Mit „Hallo Welt" ging es fulminant los – keine Zeit zum Ankommen, sofort mittendrin. Bereits beim zweiten Song „So wie du bist" konnten einige im Publikum nicht mehr stillsitzen: Stühle wurden zur Seite geräumt, es wurde getanzt, mitgesungen sowieso. „Mal so mal so" folgte, dann „Wenn ich dich je vergess" – ein Song, den Lina Bó bereits mit Santiano gespielt hat. Und dann: ein Klavier. Im ZAK steht eines, und die Freude darüber war Lina und Bo deutlich anzusehen „Auf Tour im Camper ist ein Klavier leider echt schwer unterzubringen …“, bedauerte Bo. Und dann übernahm er die Tasten und Lina den Gesang. Ein wunderschönes Duo im Duo.

  

Wegschauen, aufgeben? Nie. Hinschauen, leben? Immer.

Ein roter Faden zieht sich durch Lina Bós Musik: das Leben lieben, nie aufgeben, das Gute sehen – auch dort, wo dunkle Farben es zu übertünchen drohen. Aber nie naiv, nie blauäugig. Die Augen weit aufmachen, genau hinsehen und dann die Möglichkeiten erkennen. „Frida Kahlo" steht für genau diese Haltung: eine Frau, die gegen alle Widrigkeiten ankämpfte und der Welt farbenprächtige Bilder schenkte.

 

Bei „Charisma" verließ die Band die Bühne, Lina samt Geige, und ging durchs Publikum, nahm alle mit – im wahrsten Sinne des Wortes. Lina spielte auf ihrer Geige immer und immer wieder mit einer Energie und Leidenschaft, die sich auf das Publikum übertrug, das restlos fasziniert war. Genauso sieht Charisma aus!

 

Träume sind die Vorlage für die Realität

„Das weiß nicht mal KI" und „La fuerza de soñar" – zwei Songs, die daran erinnern, dass es ein Leben im Leben gibt, das nur einem selbst gehört. Jenseits der allwissenden KI, tief in den eigenen Träumen. Letzteres: langsam, getragen, kraftvoll. „Man muss immer an seine Träume glauben“, gab Lina dem Publikum mit auf den Weg – bevor der Song ins Spanische wechselte. Ein Gänsehaut-Moment.

 

Dann die Pause – und die Fans absolut aller Altersgruppen stürmten die Bühne für CDs und Autogramme. Mittendrin Lina und Bo, mit allerbester Laune und echter Zugewandtheit. Die beiden sind zwei Menschen, die einem sofort das Gefühl geben, willkommen zu sein.

Freuen sich über ein erfolgreiches Konzert – Lina, Gjest, Bo und Sara

Geschichten, die das Leben schreibt – und die nur Lina Bó so erzählt

Nach der Pause nahmen Lina und Bo das Publikum mit auf ihren Weg durch die Welt. Eine Frau in Spanien, die ihnen einfach so für zwei Wochen ihren Van überließ – Vertrauen pur, ohne Wenn und Aber. Oder die Zeit in der Gartenhütte eines Karosseriemeisters, der ihren Camper zum Tourbus ausbaute. Ein paar Wochen gewartet, gelebt, und dann ging es weiter. Was auf den ersten Blick wie Entbehrung klingen mag, erzählten die beiden als das, was es war: eine Zeit voller Güte, Vertrauen und menschlicher Wärme. Und genau diese Haltung steckt in allem, was Lina Bó macht. Weil sie selbst so viel geben, geben die Menschen es ihnen gerne zurück.

 

Liebe wird gewinnen – immer

„Heimat" und „Liebe für alle, Hass für keinen" – zwei Lieder mit einer gemeinsamen Seele. „Heimat ist dort, wo die Liebsten sind. Wo man Menschen so aufnimmt, wie man selbst aufgenommen werden möchte“, betonte Lina. Die Überzeugung, dass am Ende die Liebe gewinnt, klang an diesem Abend nicht wie eine Phrase. Sie klang wie eine Gewissheit. Großer Applaus.

 

Ach, und dann die Geschichte mit Jimmy Kelly – ja, der Jimmy Kelly. Ein Anruf während des Studiums: Er suchte eine Vorband. Lina Bó sagte sofort zu. Dann brauchte er Leute für seine Band: Gesang, Geige, Gitarre, Klavier – alles, was Lina Bó mitbringt. Diese Kombi hatte Jimmy Kelly aber schon. Aber er brauchte noch jemanden am Akkordeon. Also kaufte Lina Bó ein Akkordeon und lernte und lernte und lernte. Und dann rief Jimmy Kelly wieder an: Er hatte inzwischen auch einen Akkordeonisten. Ergo: Das gemeinsame Konzert fand nie statt. Aber Lina Bó hat etwas mitgenommen, das viel schwerer wiegt als ein gemeinsamer Auftritt: die Erkenntnis, dass man das Leben nicht aufschiebt. Dass man tanzt – auch wenn die Musik, auf die man geübt hat, woanders spielt.

 

Lina Bó hat das ZAK bewegt – in jeder Hinsicht

Und dann spielten sie einen Walzer und das ZAK verwandelte sich: Menschen bewegten sich durch die Gänge, lachten, drehten sich. Was für ein Bild.

 

Ruhiger wurde es dann für einen Moment beim Liebeslied „Regen in der Wüste" – wunderschön, schlicht, berührend, dennoch kraftvoll.

 

Dann die Geschichte einer Argentinierin, die erst verachtet und später gefeiert wurde – auch sie gab nicht auf. Das Lied dazu: Klavier und Stimme, Spanisch, lebendig, mit einem Augenzwinkern. Frech wie aus den 30er-Jahren. Linas Stimme und Körper erzählten diese Geschichte – und alle haben sie verstanden, auch wer kein Wort Spanisch spricht. Lina zeigte alle stimmlichen Facetten, alle Ausdrucksmöglichkeiten, alles auf einmal. Bewundernswert.

 

Den krönenden Abschluss machte „Weiblich" – und jetzt hielt es niemanden mehr auf den Stühlen. Die Zugabe „Wir waren hier" erkämpfte sich das Publikum mit stehenden Ovationen und tosendem Jubel. Und ja – sie waren hier. Lina und Bo. Und man wird sich erinnern. Noch sehr, sehr lange.

 

Text und Fotos: Sabine Karbowy

 

Wer Lina Bó live erleben möchte, findet alle Daten auf der Website von Lina Bó oder auf allen Social Media Kanälen.